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Heimathof und Heimatmuseum


  • Heimathof

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung stammt aus der Zeit der Everstein´schen Fehde zu Anfang des 15. Jahrhunderts. 1535 wurde der Hof im Landschatzgesetz als „de Beermann“ bezeichnet. Ebenfalls wurde er im Salbuch von 1616/17 erwähnt, dort unter der Bezeichnung „Behermann“.

Bei der Volkszählung 1910 war noch ein Landwirt Fr. Beermann mit seiner Frau Karoline und drei Kindern auf dem Hof gemeldet, zudem eine Magd, ein Schweinehirt und ein Schlachter mit seiner Frau. 1940 hat Helene Beermann den Hof von ihrem verstorbenen Onkel geerbt; sie war mit dem Landwirt Eickmeyer aus Nienhagen verheiratet. Die Familie Eickmeyer hat den Hof bis zum Jahr 1988 bewirtschaftet. Im Zuge der Planungen für die Ortsumgehung Leopoldshöhe hat die Gemeinde Leopoldshöhe den Hof im Jahre 1988 gekauft und in der Folgezeit in verschiedener Weise, u. a. als Übergangswohnheim für Spätaussiedler genutzt.

Zu dieser Zeit gab es bereits verschiedene Überlegungen, wie der Hof zukünftig genutzt werden könnte. Handeln war dringend geboten, da sich die Gebäude des Hofes teilweise in einem sehr schlechten baulichen Zustand befanden.

Es war der Heimatverein Leopoldshöhe, der Anfang der 90-er Jahre den Vorschlag unterbreitete, auf dem Gelände einen Grillplatz mit einer Schutzhütte zu errichten und auch das alte Backhaus, das zuletzt als Schweinestall genutzt wurde, zu einem kleinen Veranstaltungsraum umzubauen.

Diese Arbeiten hat der Verein im Wesentlichen in Eigenleistung durchgeführt. 1993 waren die Maßnahmen abgeschlossen und Backhaus und Grillplatz konnten für die verschiedensten Veranstaltungen genutzt werden. Beide Einrichtungen werden auch für private Feiern vermietet und erfreuen sich großer Beliebtheit. Ab 1996 wurde dann, ebenfalls auf Initiative des Heimatvereins, das Wohnhaus restauriert und zu einem Heimatmuseum ausgebaut, das 1999 eröffnet wurde.

Zum Hof gehört noch eine große Obstwiese sowie ein Waldstück, die ebenfalls vom Heimatverein Leopoldshöhe gepflegt und betreut werden.

Der Heimathof wird nicht nur vom Heimatverein, sondern auch von der Gemeinde Leopoldshöhe oder anderen Vereinen und Organisationen für die vielfältigsten Veranstaltungen genutzt. So finden z. B. Konzerte, Lesungen o. ä. auf der Museumsdeele statt. Am Himmelfahrtstag führen die ev. Kirchengemeinden einen Gottesdienst unter freiem Himmel durch und am Ostersonntag entzündet der Heimatverein traditionell eines der größten Osterfeuer in Lippe. Am jeweils letzten Sonntag im Mai organisiert der Männergesangverein Leopoldshöhe immer ein offenes Singen auf dem Heimathof. Alle 2 Jahre im September veranstalten der Heimatverein und die Treckerfreunde Leopoldshöhe ein Dreschfest mit vielen historischen Traktoren und Geräten. Verschiedene kleinere Veranstaltungen des Heimatvereins, wie z. B. die monatlichen Klön-Nachmittage runden das Veranstaltungsprogramm ab.

Mit dem Heimathof Leopoldshöhe verfügen Heimatverein Leopoldshöhe und Gemeinde Leopoldshöhe somit über ein echtes Schmuckstück, das mittlerweile auch über die Grenzen Leopoldshöhes hinaus bekannt und beliebt ist.

Heimathof Leopoldshöhe

Zum Heimathof 14

Weitere Informationen über die Aktivitäten des Heimatvereins finden sie hier...


  • Heimatmuseum

Ebenfalls auf dem Gelände des Heimathofes befindet sich das Heimatmuseum. Es handelt sich um das Haupthaus des ehemaligen Hofes Eickmeyer, einem aus dem Jahr 1793 stammenden Vierständer-Fachwerkbau.

Nachdem das Gebäude von der Gemeinde Leopoldshöhe erworben wurde, ist es bis 1995 als Übergangsheim genutzt worden.

Danach stand das Haus zunächst leer, was sich auf den ohnehin nicht mehr sehr guten baulichen Zustand natürlich zusätzlich noch nachteilig ausgewirkt hat. Dringendes Handeln war geboten, nicht zuletzt auch, weil das Gebäude bereits 1987 als Baudenkmal in die Denkmalliste eingetragen worden ist. Es wurden verschiedene Nutzungskonzepte für das Haus entwickelt.

Der Heimatverein Leopoldshöhe hat hier bereits frühzeitig den Vorschlag eingebracht, in dem Bauernhaus ein Heimatmuseum einzurichten und sich bereit erklärt, die erforderlichen Arbeiten in Eigenleistung zu erbringen. Dieser Vorschlag hat sich schließlich auch durchgesetzt.

Im Jahr 1996 begannen dann die Renovierungsarbeiten. Dazu musste das Gebäude komplett entrümpelt und entkernt werden. Dabei waren auch viele Bausünden der vergangenen Jahrzehnte zu beseitigen. Die Arbeiten gingen gut voran, die Zusammenarbeit zwischen dem Heimatverein, der Gemeinde Leopoldshöhe und den beteiligten Fachfirmen gestaltete sich sehr gut, sodass die Außenarbeiten im Jahre 1998 abgeschlossen werden konnten. Die Innenarbeiten, das heißt die museumsgerechte Ausstattung der Räume, hat dann der Heimatverein wieder weitgehend in Eigenleistung durchgeführt.

Im Laufe der Jahre hat der Heimatverein Leopoldshöhe viele Gegenstände aus den Bereichen der Landwirtschaft, des Handwerks und des täglichen Lebens aus einem Zeitraum von ca. 150 Jahren zusammengetragen. Viele Dinge wurden auch aus der Bevölkerung gespendet. Mit diesen Gegenständen wurden dann ab Frühjahr 1999 die Räume des neuen Museums ausgestattet. Insgesamt haben die Mitglieder des Heimatvereins ca. 10.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit bei der Errichtung des Museums geleistet.

Im September 1999 konnte dann das Heimatmuseum auf dem Heimathof Leopoldshöhe unter großer Beteiligung der Bevölkerung eröffnet werden. In den Räumen und den Außenanlagen des Museums werden Gegenstände aus den verschiedensten Bereichen des Lebens und Arbeitens im ländlichen Raum der letzten ca. 150 Jahre präsentiert. Eine historische Tischlerwerkstatt wurde eingerichtet, eine Schneiderei und eine Schusterwerkstatt haben ebenso ihren Platz gefunden wie Geräte aus der Hausschlachtung oder der Milchverarbeitung. Einen breiten Raum nimmt natürlich die Landwirtschaft mit einer Vielzahl von großen und kleinen historischen Geräten ein.

Die Wohnräume wurden ebenfalls wieder weitgehend historisch eingerichtet. So bietet das Museum einen bunten und umfassenden Überblick über das Leben und Arbeiten der Menschen in unserer lippischen Heimat.

Eine Besonderheit im Museum ist der Ausstellungsraum zur heimischen Tierwelt. In diesem Raum werden zahlreiche Präparate von Tieren (Vögel und Säugetiere) ausgestellt. Als besondere Attraktion können die Stimmen von zahlreichen dieser Tiere mittels einer computergesteuerten Anlage abgerufen werden.

Das Museum dient jedoch nicht ausschließlich musealen Zwecken. Auf der großen Deele des Museums finden regelmäßig Konzerte, Lesungen oder ähnliche Veranstaltungen statt, die sich mittlerweile großer Beliebtheit erfreuen.

Seit Mai 2006 sind auch standesamtliche Trauungen auf der Museumsdeele möglich. Auskünfte hierzu erteilt das Standesamt der Gemeinde Leopoldshöhe.

Auch die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten wird großgeschrieben. Schulklassen oder Kindergärten haben die Möglichkeit, im Museum eine kleine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen und sich anschließend noch auf dem weitläufigen Gelände, zu dem eine Obstwiese und ein kleines Waldstück gehört, zu beschäftigen oder einfach auf dem Grillplatz noch gemütlich bei einem Lagerfeuer zusammen zu sitzen.

Öffnungszeiten des Museums:

Nach Terminabsprache

05208 / 61 67    Eberhard Titze (Museumswart)

05208 / 76 53    Helmut Eikermann  (Vorsitzender des Heimatvereins)

Heimatmuseum auf dem Heimathof Leopoldshöhe
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