„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern“ – afrikanisches Sprichwort
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
das Jahr 2025 geht zu Ende, eine gute Zeit, um zurückzublicken. Gleichzeitig ist es die Zeit nach vorne zu schauen: Was sind unsere Ziele und Wünsche für das neue Jahr 2026?
Für mich war 2025 ein besonderes Jahr. Bei der Kommunalwahl im September haben Sie mir erneut Ihr Vertrauen geschenkt. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mich noch einmal herzlich bei Ihnen allen zu bedanken. Dieses Vertrauen ist ein Ansporn für mich, die begonnene Arbeit in meiner zweiten Amtszeit mit klaren Zielen, einem offenen Ohr und Freude an diesem Amt fortzusetzen.
Demokratie
2025 war ein politisches Jahr. Im Februar hat uns die vorgezogene Bundestagswahl beschäftigt. Das war eine Herausforderung, da die Fristen für die Organisation der Wahl deutlich kürzer waren. So knapp war es noch nie, die Wahlzettel wurden erst kurz vor dem Wahltermin angeliefert. Trotzdem hat alles reibungslos geklappt. Im September war dann die Kommunalwahl. Hier wurde es spannend, da neue Regeln zum Plakatieren das Dorf in Unruhe versetzt haben. Ich bin überzeugt, dass wir hier einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gegangen sind und es uns einige Nachbarkommunen nachmachen werden. Zwischen den beiden Wahlen ist viel passiert. Mit der gemeinsamen Unterstützung von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP durfte ich erneut als Bürgermeister kandidieren. Für diesen Rückhalt bin ich dankbar. Im Laufe des Jahres sind neue politische Kräfte hinzugekommen, inzwischen sind im Rat auch die AfD, BFL und PUB als Fraktionen vertreten. Der politische Wettbewerb ist also größer geworden, umso wichtiger ist der respektvolle Umgang miteinander. Im Vergleich zu vielen Nachbarkommunen hat Leopoldshöhe einen besonders intensiven Wahlkampf erlebt. Jetzt gilt es, die Gräben aus dem Wahlkampf zu überbrücken und konstruktiv zum Wohle unserer Gemeinde zu arbeiten.
Der neue Rat hat in seiner ersten Sitzung beschlossen, die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger noch stärker zu verankern. In Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung werden die Fraktionen in Zukunft alle drei Monate Bürgerforen abhalten, die vor allem im Rathaus stattfinden sollen. Das macht Mut, auch in stürmischen Zeiten auf eine lebendige, widerstandsfähige Demokratie vor Ort zu bauen.
Meine persönlichen Schwerpunkte - Kurs der zweiten Amtszeit
Im Wahlkampf habe ich meine Ziele für die kommenden Jahre beschrieben. Leopoldshöhe soll eine Gemeinde für alle Generationen bleiben. Familienfreundlichkeit hat für mich als Familienvater eine besondere Priorität, von guten Kitas und Schulen über attraktive Spielplätze bis zu Freizeitangeboten, die Jung und Alt verbinden.
Gleichzeitig ist mir das Wohl der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger besonders wichtig. Sie haben Leopoldshöhe in der Entwicklung mitgeprägt und verdienen Dank und konkrete Unterstützung: Mit Seniorenfahrten, regelmäßigen Treffen und einer wohnortnahen Versorgung schaffen wir Verlässlichkeit und ein gutes Miteinander vor Ort. Unsere Unternehmen sichern wohnortnahe Arbeitsplätze, tragen zur Finanzstabilität bei und stärken unser Gemeinschaftsgefühl. Mit neuen Gewerbeflächen wollen wir Chancen für Ausbildung und gute Jobs direkt in Leopoldshöhe schaffen. Bildung und Betreuung stehen ebenfalls im Zentrum: mit Investitionen in Schulen, Sportstätten und Infrastruktur schaffen wir gute Ausgangsbedingungen für alle Kinder. Verantwortungsvoll planen wir Schritt für Schritt, damit die nächsten Generationen hiervon profitieren können.
Auch Nachhaltigkeit gehört für mich zur Zukunftsstrategie meiner Heimatgemeinde. Leopoldshöhe soll sich klimabewusst, wirtschaftlich stark und sozial gerecht weiterentwickeln. Wir setzen auf Energieeffizienz, Naturschutz und eine Politik, die bestehende Stärken bewahrt und offen für Neues bleibt.
Modernisierung im Rathaus
Um die Verwaltung fit für die Zukunft zu machen, arbeiten wir an einer Modernisierung der Abläufe im Rathaus und den Außenstellen. So wurde beispielsweise ein neues Buchungssystem für die Sporthallen eingeführt. Das erspart den Vereinen viele Telefonate und Papierkram. Passfotos werden zwischenzeitlich digital erstellt, der Gang zum Fotografen kann entfallen. Gleichzeitig bleiben persönliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner wichtig, ob im Ordnungsamt, im Sozialbereich oder in der Bauverwaltung.
Digitalisierung lenkt den Fokus auf IT-Sicherheit, dazu gab es in diesem Jahr für alle Mitarbeitenden zusätzlich zu laufenden Sensibilisierungsmaßnahmen zahlreiche Schulungen. Wir möchte verstärkt Bewusstsein für die Verantwortung in dem Umgang mit sensiblen Daten schaffen.
Mein Ziel ist, als Gemeinde ein attraktiver Arbeitgeber sein und auch in Zukunft zu bleiben. Hierfür haben wir moderne Arbeitszeit-Regeln eingeführt. Unsere Personalverwaltung arbeitet größtenteils digital. Diese kleinen Schritte haben eine große Wirkung: Im Vergleich zu unseren Nachbarkommunen haben wir in den meisten Bereichen kaum Fluktuation.
Viele kleine und große Erfolge
Oft sind es gerade die kleinen Fortschritte, die das Bild unserer Gemeinde prägen und den Alltag spürbar verbessern. Zwei Frauenorte wurden in Leopoldshöhe eingeweiht. Das ist ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit, Gleichstellung und Identifikation mit unserem Ort.
Auch der Sport kommt nicht zu kurz, in Bexterhagen sorgt jetzt eine neue Flutlichtanlage dafür, dass Training und Gemeinschaft draußen auch in der dunklen Jahreszeit möglich sind. Für die Natur wurde am Hinnaksteich ein neuer Weg eingeschlagen, der Teich wird nicht mehr künstlich aufgestaut, sondern ist jetzt der Natur überlassen. Ein kleiner Beitrag zum Klima- und Artenschutz.
Dank LEADER-Fördermitteln konnten wir zahlreiche Projekte umsetzen und im Sommer gemeinsam auf dem Heimathof das zehnjährige Bestehen der LAG-Gruppe feiern. Die Fahrzeugflotte der Gemeinde wurde in diesem Jahr weiter auf E-Autos umgestellt. Ein weiterer Fortschritt für die Energiewende. Auch die Bäume im neuen Klimawald in Leopoldshöhe sind gepflanzt worden, um unsere Gemeinde grüner und zukunftsfähiger zu machen. Dabei haben viele engagierte Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler und Mitglieder aus den Ratsfraktionen mitgeholfen.
Kurz vor Weihnachten steht ein weiterer Meilenstein an: Mit dem Spatenstich für das Baugebiet Brunsheide starten wir ein Projekt, das nachhaltiges und modernes Wohnen mit Klima- und Naturschutz verbindet. Mit dem Beitritt zum Senioreninformationsdienst Sinfol stärken wir die Beratung und Vernetzung älterer Menschen in Leopoldshöhe. Der Anbau der Grundschule Asemissen startet, die Sanierung des Schwimmbeckens in der Grundschule Nord geht voran. Unsere Vereine profitieren von klaren Nutzungsverträgen, der Sport kann sich auf klare Rahmenbedingungen verlassen. Für unsere Sicherheit wurde eine Feuerwehrzufahrt zum Gewerbegebiet am Westring geschaffen und die Planungen eines zweiten Standorts der Feuerwehr für den Süden laufen auf Hochtouren. Mit dem Abschluss des Endausbaus von Margarethenweg, Bachstraße, Augustenweg und Willi-Kastrup-Weg sowie der abgeschlossenen Sanierung der Grester Straße konnten wir weitere infrastrukturelle Verbesserungen umsetzen. Gleichzeitig wurden zahlreiche Maßnahmen zur Absicherung bei Starkregen realisiert. So stärken wir Schritt für Schritt die Verkehrssicherheit und die Widerstandsfähigkeit unserer Gemeinde gegenüber extremen Wetterereignissen.
Nicht zuletzt verschafft der Kauf des Fillies-Geländes in Bechterdissen der Gemeinde neuen Gestaltungsspielraum für bezahlbares und sozial ausgewogenes Wohnen – damit Leopoldshöhe für alle Generationen lebendig bleibt.
All diese kleinen Erfolge zeigen: Gemeinsam können wir viel bewegen und Schritt für Schritt unser Zusammenleben vor Ort gestalten
Haushaltslage
Das neue Jahr beginnt unter den Vorzeichen knapper Kassen in den Kommunen. Es wird viel auf Bund und Land geschimpft, weil wir kein Geld haben. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir gute Jahre hatten. Nun ist es an der Zeit, realistisch abzuwägen, wo und ob wir als Gemeinde Leopoldshöhe konkret sparen können. Der Rat hat die Chance zu beweisen, wie gut kritische Themen diskutiert werden können. Nach fünf Jahren im Amt muss ich feststellen: es gilt, einige Versäumnisse der Vergangenheit aufzuräumen. Mit Herz, Verstand und gemeinsamer Kraft arbeiten wir daran, unsere Ziele in greifbare Ergebnisse umzuwandeln - für ein Leopoldshöhe, auf das wir stolz sein können.
Ausblick und Zukunftsperspektiven
Für diese zweite Amtszeit wünsche ich mir, dass wir Leopoldshöhe gemeinsam weiterdenken: konstruktiv, respektvoll und mit Mut, auch schwierige Entscheidungen anzupacken. Lassen Sie uns alle gemeinsam viele kleine Taten für unsere Heimatgemeinde tun.
Ihnen und Ihren Familien wünsche ich eine friedliche Weihnachtszeit, einen guten Start in das Jahr 2026 und viele Gelegenheiten, sich mit Herz, Haltung und Freude für unsere Gemeinde einzubringen.
Ihr Bürgermeister
Prof. Martin Hoffmann

