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Pressemitteilungen

Informationen zur Situation der Kita Greste und dem weiteren Vorgehen


Aktuelle Situation Kita Greste 

Wie in der Ratssitzung am 11.12.2025 berichtet, sind in der Kita Greste bauliche Mängel festgestellt worden. Eine Sicherung der Deckenkonstruktion war kurzfristig erforderlich. „Die Kindertagesstätte Greste leistet seit vielen Jahren hervorragende pädagogische Arbeit und genießt bei Eltern und Kindern in Leopoldshöhe hohes Vertrauen“, so Bürgermeister Hoffmann. Die Sicherheit der Kinder und Beschäftigten hat oberste Priorität, sodass Teile des Gebäudes umgehend gesperrt wurden. Parallel zur baulichen Bewertung hat die Verwaltung die zukünftige Nutzung der Einrichtung im Rahmen der Bedarfsplanung geprüft. Dabei wurden pädagogische Belange, finanzielle und organisatorische Rahmenbedingungen berücksichtigt.

 

Bedarfsentwicklung und Platzangebot 

In Leopoldshöhe gibt es derzeit insgesamt zehn Kindertageseinrichtungen, die sich in Trägerschaft der Gemeinde sowie auch freier Träger befinden. Nach aktuellen Prognosen sind die Geburtenzahlen rückläufig. In Leopoldshöhe gibt es einen Überhang an nicht besetzten Kita-Plätzen, der sich weiter erhöhen wird. „Die Kita-Planung des Kreises Lippe kann dem Abbau der Plätze in der Gemeinde Leopoldshöhe durch die Schließung einer kommunalen Kita zustimmen, da es aufgrund von zurückgehenden Anmeldungen in der Kommune zu einem Überhang von Plätzen kommen wird“, so der Kreis. Die zurückgehenden Anmeldezahlen haben bereits vor zwei Jahren zu einer Gruppenschließung bei einem freien Träger geführt. Bei Verzicht auf die Schließung der Kita Greste würde ein Konkurrenzeffekt eintreten, der die partnerschaftliche Zusammenarbeit der Träger belastet. Die Schließung einer Kita ist unabhängig vom Träger ein sensibles und emotionales Thema für Mitarbeitende, Kinder und Eltern.

 

Wirtschaftlichkeit und Rolle der Träger 

Neben der Gemeinde engagieren sich AWO OWL e.V., DRK KV Lippe e.V. und die evangelische-reformierte Kirchengemeinde Asemissen-Bechterdissen als Träger. Alle Träger leisten in enger Zusammenarbeit im Verbund der Familienzentren hervorragende Arbeit. Während freie Träger in den vergangenen Jahren moderne Neubauten errichtet haben, besteht bei den kommunalen Kitas Investitionsbedarf. Der Platzüberhang führt bereits jetzt dazu, dass moderne, bedarfsgerechte Räumlichkeiten ungenutzt bleiben. Freie Träger müssen Belegungsrisiken wirtschaftlich tragen, während die Gemeinde Defizite aus Steuereinnahmen auffüllt. In letzter Konsequenz stände die Aufgabe eines vergleichsweisen jungen Gebäudes eines freien Trägers an. Gleichzeitig würde der kommunale Haushalt mit einer Sanierung belastet werden. „Wir sehen uns in der Verantwortung zu prüfen, wie Kita-Plätze sinnvoll abgebaut werden können, um allen Einrichtungen eine Auslastung zu sichern. Denn eine Auslastung ist Voraussetzung für die Sicherung der Finanzierung“, so Andrea Rodekamp - Fachbereichsleiterin für Bildung und Soziales. 


Auswirkungen, Beschäftigte und Elternangebote 

Die Gemeinde Leopoldshöhe würde einen Wechsel für die Familien aktiv begleiten und frühzeitig Betreuungsplätze in anderen kommunalen Kitas im Gemeindegebiet anbieten. Ziel wäre, die Übergänge für die Familien so sozialverträglich wie möglich und kindgerecht zu gestalten.  Dabei würden - soweit möglich - Wege, Betreuungszeiten, Geschwisterkonstellationen und eine behutsame Eingewöhnung berücksichtigt. Es blieben Bezugspersonen, Förderstrukturen und Entwicklungsfortschritte erhalten und könnten fortgeführt werden. Befristete Arbeitsverträge von Mitarbeitenden der gemeindlichen Kitas würden im Falle einer Kita-Schließung planmäßig auslaufen. Darüber hinaus ist die Gemeinde schon jetzt mit allen betroffenen Beschäftigten im Austausch, um verlässliche Perspektiven aufzuzeigen.


Entscheidungsfindung 

In der Ratssitzung am 22.01. wird die Verwaltung dem Rat der Gemeinde Leopoldshöhe die Schließung der Kita Greste empfehlen. Als zuständige Teamleitung für die kommunalen Kitas fasst Sandra Linnenbecker zusammen: „Unser Herz schlägt für diese Kita, das Team, die Kinder und die Eltern. Die Gründe für eine Schließung liegen leider objektiv auf der Hand.“

Die Gemeinde Leopoldshöhe wäre mit der Schließung von Kitas kein Einzelfall, mehrere Nachbarkommunen haben mit dem Prozess bereits begonnen.

Der Gemeinderat wird sorgfältig abwägen und in öffentlicher Sitzung über das weitere Vorgehen beraten. Alle Ratsmitglieder und Mitarbeitenden der Gemeinde Leopoldshöhe arbeiten an einer bestmöglichen Lösung für Leopoldshöhe. Sorgen, Fragen und Kritik nehmen wir ernst. Wir bitten dabei um einen respektvollen Ton, damit wir gemeinsam gute Lösungen für Kinder und Familien finden können.