Eine funktionierende Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen, kritischen Fragen und einer offenen Auseinandersetzung über Entscheidungen von Kommunalpolitik und Verwaltung.
Die Verwaltung der Gemeinde Leopoldshöhe ist Teil dieses demokratischen Systems und stellt sich öffentlichen Diskussionen. Sie erklärt ihre Entscheidungen, macht ihr Handeln nachvollziehbar und setzt sich mit unterschiedlichen Perspektiven auseinander. Das gehört zu unserem Selbstverständnis.
In jüngerer Vergangenheit haben sich jedoch wiederholt Situationen ergeben, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung in sozialen Medien, Leserbriefen oder mündlichen Äußerungen namentlich angegangen, persönlich herabgewürdigt oder zum Gegenstand unangemessener öffentlicher Kritik gemacht wurden. Diese Entwicklung nehmen wir zum Anlass, eine klare Grenze zu ziehen.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind keine gewählten politischen Mandatsträger, sondern Beschäftigte der Verwaltung. Sie handeln im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten, bereiten Entscheidungen vor, setzen Beschlüsse um und begleiten politische Prozesse. Dabei erfüllen sie ihre Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen und auf Grundlage der geltenden rechtlichen und fachlichen Vorgaben.
Dass Entscheidungen kontrovers diskutiert werden, Abläufe Verbesserungspotenzial haben und auch Fehler passieren, ist Teil der täglichen Arbeit. Sachliche und respektvolle Kritik ist daher nicht nur legitim, sondern ausdrücklich erwünscht und notwendig. Sie hilft, Entscheidungen zu hinterfragen und die Arbeit der Verwaltung weiterzuentwickeln.
Eine Grenze ist jedoch dort erreicht, wo persönlich statt sachlich angegriffen wird und einzelne Beschäftigte namentlich öffentlich herabgewürdigt werden.
In Leopoldshöhe gibt es zahlreiche Themen, die zu Recht intensiv und auch emotional diskutiert werden. Dass verschiedene Auffassungen darüber bestehen, wie z.B. kommunale Kitas in Zukunft gestaltet werden oder das Baugebiet Brunsheide entwickelt werden soll, ist Ausdruck einer lebendigen Demokratie. Umso wichtiger ist es, zwischen der kritischen Auseinandersetzung mit einer Sache und dem persönlichen Angriff auf die Menschen zu unterscheiden, die an ihrer Bearbeitung beteiligt sind.
Wir stehen ausdrücklich hinter unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir sehen die anspruchsvollen Bedingungen und Spannungsfelder im Arbeitsalltag und erwarten von ihnen eine fachlich fundierte und verantwortungsbewusste Aufgabenerfüllung. Im Gegenzug sehen wir es als unsere Verantwortung an, für ein Arbeitsumfeld einzustehen, in dem unsere Beschäftigten keine Angst haben müssen, wegen ihrer beruflichen Tätigkeit persönlich an den Pranger gestellt oder zum Ziel öffentlicher Angriffe zu werden.
Die Menschen, die Verantwortung für unsere Gemeinde Leopoldshöhe übernehmen und sich täglich für das Gemeinwohl einsetzen, verdienen einen respektvollen Umgang.
Wir erwarten daher, dass Kritik an der Arbeit der Verwaltung sachlich und fair geäußert wird und die persönliche Integrität unserer Beschäftigten gewahrt bleibt.
Diese Erwartung richtet sich an alle, die sich an kommunalen Debatten beteiligten – unabhängig davon, ob sie als politische Mandatsträger in Sitzungen diskutieren oder sich als Bürgerinnen und Bürger in sozialen Medien oder Leserbriefen zu Wort melden. Unterschiedliche Meinungen und kontroverse Diskussionen gehören zur Demokratie. Entscheidend ist, wie wir miteinander umgehen.
Denn eine konstruktive Zusammenarbeit und gute Ergebnisse für unsere Gemeinde Leopoldshöhe können nur dort entstehen, wo unterschiedliche Auffassungen respektvoll ausgetauscht werden und gegenseitige Achtung die Grundlage des Handelns bildet.
Prof. Dr.-Ing. Martin Hoffmann, Bürgermeister
Dennis Warkentin, Personalleiter

